Dorf im Glanz glasierter Keramik
SAINT JEAN-DE-FOS
Gard (30)
Zwischen 1031 und 1060 beschlossen die Äbte, den Ort rund um die Kirche Saint-Jean an der „Gouffre Noir“ genannten Stelle anzulegen. Anlass dafür war der Bau der Pont du Diable. So entstand eine wichtige Station am Weg von Gellone nach Montpeyroux. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts war Saint-Jean mit einem ersten, viereckigen Schutzring versehen, der die Kirche umschloss. Da dieser bald als unzureichend galt, wurde der Ort Ende desselben Jahrhunderts durch den Bau einer neuen Befestigung verstärkt. Diese gab dem Dorf seinen Namen: Aus „Saint-Jean du Fort“ wurde Saint-Jean-de-Fos. Der historische Ortskern hat alle seine mittelalterlichen Merkmale bewahrt: enge, gewundene Gassen und dicht aneinandergebaute Häuser. Im 14. Jahrhundert entstanden zwei bedeutende Vorstädte, die durch Torbauten geschützt waren. Doch der Wert von Saint-Jean-de-Fos als Kulturerbe ist nicht nur städtebaulicher oder architektonischer Art. In diesem Dorf lebt nämlich eine über 600 Jahre alte Tradition fort. Die glasierte Töpferware von Saint-Jean-de-Fos hat die Geschichte dieses Ortes geprägt. Man sieht sie an den Hausfassaden in Form von Firstelementen, Fallrohren, Dachrinnen und verschiedenen Fliesendekoren. Das Können wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben, und durch die Zugehörigkeit zu diesem Handwerk entstanden ganze Dynastien. Das Dorf lebte im Rhythmus seiner Tradition und führt sie heute mit einem der bedeutendsten Töpfermärkte der Region fort, der jedes Jahr am ersten Augustwochenende stattfindet. Wer die Pont du Diable und die Hérault-Schluchten besucht, sollte diesen magischen Ort unbedingt aufsuchen. Ein „Dorf mit glasiertem Glanz“, das für Authentizität steht. Schlichter Kalkstein, übersät mit Tupfern grüner Keramik in den Farben der Hoffnung.

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